Dominion Tower

Dominion Tower

DER „FLUGRAUM“

Der Dominion-Turm in Moskau ist ein einzigartiges Bürogebäude, aus dem Portfolio von Zaha Hadid Architects. Das von der bekannten irakisch-britischen Architektin gegründete Architekturbüro, erhielt breite internationale Anerkennung für seine futuristischen, öffentlichen Einrichtungen, die von Museen und Kulturzentren über Bildungseinrichtungen bis hin zu Brücken reichen. Auch Bürogebäude sind in der Liste enthalten – in der Regel in Form von sehr großen Strukturen, wie Wolkenkratzern oder gigantischen Clustern auf weitläufigen Gebieten. Der Dominion-Turm ist anders.

Der Kunde, der russische Bauunternehmer Peresvet Group, beauftragte Zaha Hadid Architects (ZHA) mit der Planung eines ungewöhnlichen Gebäudes, das fünfzig Jahre lang modern bleiben soll. Ursprünglich präsentierten die Architekten ein Design mit sehr langen, schwebenden Auslegern und einer klaren suprematistischen Ästhetik. Der Kunde war zwar angetan, doch aufgrund der beschränkten Baufläche, musste das kühne Design auf 62 × 50,5 Meter verkleinert werden. Das bereits 2004 entworfene, aber erst in diesem Jahr fertiggestellte, siebenstöckige Gebäude ist recht kompakt. Zudem fügt es sich hervorragend in seine Umgebung im Südosten Moskaus ein, die von einfachen Industriegebäuden und typischen Wohngebäuden aus der Sowjetzeit geprägt ist.

Seine Fassade ist mit Aluminium-Verbundplatten verkleidet, die die Farbe abhängig vom Lichteinfall, leicht zu verändern scheinen. Wenngleich es aus bestimmten Winkeln absolut beeindruckend wirkt, kann die Außenseite des Dominion-Turms getrost als „bescheidenes Zaha“ bezeichnet werden. Dennoch wird das Gebäude die Augen und Herzen der Moskauer, die unter der exzessiven Entwicklung der letzten Jahrzehnte gelitten haben, ganz sicher erfreuen.

Das atemberaubende
Atrium mit Oberlichtern in CW 50-FRV

Das Gefühl zu fliegen

Vollständig erleben können die üppige Architektur von Hadid nur diejenigen, die den Dominion-Turm betreten und das atemberaubende Atrium mit den Oberlichtern sehen: „Wir sind begeistert von der Idee, die Böden und Räume so zu versetzen, dass man das Gefühl hat, zu fliegen. Wenn man sich im Atrium befindet, befindet sich immer irgendetwas unter, über und neben einem, während draussen die Elemente über Kopfhöhe zu schweben scheinen. Ich nenne diesen dreidimensionalen Raum den „Flugraum“, erklärte Patrik Schumacher, Partner bei Zaha Hadid Architects, am Tag der offiziellen Eröffnung des Dominion-Turms. Mit seinen versetzten Balkonen, den geschwungenen schwarzweißen Treppen und den dynamischen Supergrafiken an den Wänden und Böden des Erdgeschosses ist das Atrium definitiv atemberaubend. Es ist ein sehr künstlerischer Ort, der sich als ideale Umgebung für zeitgenössische Tanzvorführungen erwiesen hat. Die erste Vorstellung dieser Art fand bereits bei der Eröffnung statt.

Ein weiteres starkes Gefühl, das Besucher beim Betreten des Gebäudes überkommt, ist das der Offenheit und visuellen Durchlässigkeit. Da die Arbeitsbereiche durch transparente Glastrennwände vom gemeinschaftlich genutzten Atrium getrennt sind, kann man quasi von Fenster zu Fenster durch das Gebäude schauen. Nach Ansicht der Architekten ist eine solche Offenheit vorteilhaft für die Kommunikation innerhalb der modernen, dynamischen Unternehmen, die das Gebäude nutzen werden.

Seine Fassade ist mit AluminiumVerbundplatten erkleidet, die die Farbe abhängig vom Lichteinfall zu verändern scheinen.

Reichlich Glas

Glas ist in diesem Gebäude nicht nur innen, sondern auch außen in großen Mengen vertreten. Um der Glasfassade eine nahtlose Optik zu verleihen. wählten die Projektplaner drei Meter große Fensterbänder ohne Leisten. Der Subunternehmer für die Schreinerarbeiten, MBK Stroy, entschied sich für vier Aluminiumsysteme von Reynaers: CW 50-SC, CW 50-FRV (Dach), CS 77-HI und CF 77-SL. Laut Anton Masak, kaufmännischem Leiter von MBK Stroy, „bietet Reynaers eine hohe Qualität und die Leistungen eines professionellen Teams, das vor Ort in unserem Land tätig ist. Zudem konnte das Unternehmen die enge Deadline für den Projektabschluss einhalten.“

Aufgrund des strengen russischen Klimas und der strikten Bauvorschriften, mussten die Planer dicke dreifachverglaste Fenster von AGC Glass verwenden. Um dabei einen unschönen Grünstich zu vermeiden, wurde die erste Glasschicht geklärt. Dies ist nur eines von vielen Beispielen für die umfassenden Maßnahmen von Dutzenden von Subunternehmern und Spezialisten über einen Planungs- und Bauzeitraum von fast zehn Jahren, mit denen das Hightech-Design von ZHA zum Leben erweckt wurde. Man kann kaum glauben, dass dieser Auftrag ohne BIM durchgeführt wurde. Das ist Hightech der russischen Art.

“I call this three-dimensional space 'The space of flying'”Patrik Schumacher (Zaha Hadid Architects)
Patrik Schumacher (Zaha Hadid Architects)

ZAHA HADID STUDIO

 

Patrik Schumacher wurde 1961 in Bonn geboren. Er schloss sein Architekturstudium an der Universität Stuttgart 1990 als Diplom-Ingenieur ab und besuchte anschließend die Southbank University in London. Außerdem studierte er Philosophie in Bonn und London. Schumacher ist seit 1988 bei Zaha Hadid. Mittlerweile ist er als Firmenchef und Senior Designer gemeinsam mit Zaha Hadid bei allen Projekten des Unternehmens involviert. Er spielt eine aktive Rolle bei der Entwicklung und während der Designphasen. Zu seinen Projekten gehören das Zentrum für zeitgenössische Kunst und Architektur MAXXI in Rom, das 2010 den Stirling Prize erhielt, sowie eine der ersten Bauten des Unternehmens, das Vitra Fire Station (1992).

Anton Masak (MBK-Stroy LLC)

MBK – STROY LLC

 

Anton Masak wurde 1981 in Moskau geboren. Er studierte Jura an der Russischen Akademie für Außenhandel und war als Projektleiter sowie Spezialist für die Spezialprojektgruppe und Schlüsselkunden im russischen Bundesdistrikt Süd bei AGC Glass beschäftigt. 2010 wurde Masak Miteigentümer MBK-Stroy LL C und fungiert seit 2011 als kaufmännischer Leiter des Unternehmens. Mit seiner Expertise in unterschiedlichsten Bereichen wie, anspruchsvollem Ingenieurwesen, ist Masak der ultimative Fullservice- Partner für Architekten. „Es gibt kein Problem, das man nicht lösen kann!“, findet er.

Verarbeiter: 
MBK-Stroy
Architekt: 
Ort: 
Moscow, Russland Auf der Karte anzeigen
Fotograf: 
Hufton + Crow
andere Partner: 
Peresvet Group (Investors) Stroygroup (General Contractors) Dominion (Project developers) Ltd AB Elis (Local architects)
Project solutions: 
CS 77-HI CF 77-SL