Milanofiori 2000

Milanofiori 2000

OBR - Paolo Brescia

Das Gebiet Milanofiori Nord ist ein Teil des Projekts „Milanofiori 2000“, das in der Gemeinde Assago im Südwesten von Mailand liegt und sich nahe der Autobahn A7 befindet, die Mailand mit Ligurien verbindet. 2003 hat das niederländische Architekturbüro EFA (Erick van Egeraat Associated Architects) angefangen, einen Masterplan zu erarbeiten, der ein System heterogener Gebäude vorsah, das Raum für Dienstleistungen und Büros, ein großes Gewerbegebiet sowie für einen eigenständigen Bereich für Wohnungen bieten sollte. Das Genueser Architekturbüro OBR versuchte mittels der Wohneinheiten, einen intimeren Raum nach einem menschlichen Maßstab in einem Gebiet mit einem gewerblichen Charakter zu schaffen, durch den eine Synthese zwischen Architektur und Landschaft, zwischen natürlichen und künstlichen Elementen geschaffen werden soll.

Die C-förmige Struktur der Einheiten begrenzt und definiert einen abgeschlossenen begrünten Raum, der den Anwohnern ein Gefühl der Geborgenheit und Zugehörigkeit vermitteln soll und ein innovatives und nachhaltiges urbanes Entwicklungsmodells nahe legt. OBR hat in diesem Projekt zwei Systeme von Reynaers eingesetzt: CP 155-LS und eine individuelle Lösung auf der Grundlage des Fenster- und Türsystems CS 77. Die Fassadenfläche an der Innenseite wird von einem Wechselspiel geneigter Oberflächen geprägt, die aufgrund der konisch verlaufenden Form des Gebäudes eine Fläche schaffen, die sowohl fortlaufend als auch spitz zulaufend ist. Der Komplex präsentiert sich mit abwechselnden, terrassenförmig angelegten Wohnflächen. Der Eindruck des Aufbrechens der Fassade wird durch die wechselnde Ausrichtung der Glasmodule an der Balustrade, die von einem Befestigungssystem mit Metallkonturen getragen werden, unterstrichen. Der Designer wollte an der nach innen gewandten Seite des Gebäudes eine Fassade gestaltet, die den Bewohnern ein Gemeinschaftsgefühl vermitteln und ihnen gleichzeitig eine wunderbare Aussicht auf die kommunalen Grünflächen bieten sollte.

Der C-förmige Komplex umgibt eine gemeinsame Grünfläche

PRIVATSPHÄRE

Ein anderer Ausdruck wurde durch die Verwendung der Verkleidung an der Gebäudeseite erzielt, die zur Richtung Via Cascina Venina weist und das Straßennetz des Projekts abgrenzt, durch die ein eher urbaner und privater Charakter entsteht. Eine Reihe von Schiebepaneelen markiert die einzelnen Wohnbereiche und die dazugehörigen Balkone. Das System zur Regulierung des Lichteinfalls in die Einheiten kann vollständig oder teilweise lichtundurchlässig gemacht werden. Die zur Stadt gewandte Gebäudeseite dient somit als personalisierter Filter, bei dem die individuelle Wohneinheit durch die Kontinuität der Bodenverkleidung und die Elemente, welche die einzelnen Wohnungen voneinander abgrenzen, betont wird. Durch diese Behandlung der Außenhaut entsteht eine durchgehende, vom Licht eingefärbte Linie, die sich über die gesamte Länge der Fassaden erstreckt. Das Motiv der Fußböden in den Einheiten und der Abgrenzungen steht in keinem Widerspruch zu der Bidimensionalität der Verkleidung, ganz im Gegenteil: Es unterstreicht die Konstruktion und deren Landschaft, sodass ein offener Raum entsteht, in dem die beiläufige

Anwesenheit der von den Bewohnern ausgewählten dunklen Möbel eindrücklich betont wird.

Große Schiebetüren ,schaffen eine offene Verbindung von innen und außen

KONTINUITÄT

Dem natürlichen Lichteinfall und der richtigen Ausrichtung der transparenten Flächen wurde besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Die Konstruktion verjüngt sich nach oben und öffnet sich daher perfekt für die natürliche Lichteinstrahlung in jedem Geschoss. Um eine Verbindung zwischen den künstlich geschaffenen und den natürlichen Komponenten herzustellen, wurde eine grob durchlässige Bodenverbindung entwickelt, bei der eine doppelte Reihe aus Glas gefertigter Elemente (von denen sich einige schieben lassen) dafür sorgt, dass sich der Garten vor den Wohnungen in Erdgeschosshöhe in einen privaten Wintergarten umwandeln lässt. Die Außenverkleidungen aus 10 mm dickem Sicherheitsglas verlaufen entlang einer oberen Schiene mit Dichtungen. Die Innentür aus Glas ist von einer thermisch geschützten Aluminiumverbindung mit geschichtetem Glas und Luftkammern gefasst. Ein in der abgehängten Decke verborgener Rollladen regelt die Stärke des Lichteinfalls. Der Luftkammereffekt des Wintergartens senkt die Wärmeübertragung an der gesamten Glasfassade so weit wie möglich. Mit dem Entwurf von OBR ist eine private „Insel“ in einem Masterplan entstanden, der unterschiedliche Objekte umfasst. Während die anderen Gebäude in dem Gebiet für gewerbliche und dienstleistende Zwecke genutzt werden und eher die Anmutung einer eklektischen Ansammlung von Verkleidungssystemen haben, stellen die Wohnungen des Genueser Studios zwei durchdachte Lösungen dar, bei denen die Lebensqualität in den Wohnhäusern in einem Zusammenhang zu den Innenund Außenbereichen des Projekts steht.

CP 155-LS Monorail mit CS 77-Tür, Horizontalschnitt

Project Solution

 

  • 60 000 m² of building site
  • 5639 m² of aluminium used

Park side (CP 155-LS 3-rail):

  • 150 x CP 155-LS with different dimensions
  • 7800 mm x 2800 mm 5 vent CP 155-LS 3-rail
  • Special extrusion of 8 different profiles

Street side (CP 155-LS monorail):

  • 197 different CP 155-LS monorail systems: 1 frame, 1 or 2 vents
  • 5000 x 2800 mm
  • Special extrusion of 3 different profiles

Tests:

  • Length vent: 1500 mm
  • Height vent: 2700 mm
  • Uw: 1.85 W/m²K
Verarbeiter: 
C.N.S. Spa
Architekt: 
OBR - Paolo Brescia
Ort: 
Milan, Italien Auf der Karte anzeigen
Fotograf: 
Photostudio Francesco Dell'Isola
andere Partner: 
Ati - Marcora costruzioni Spa, Cile Spa (General contractors)
benutzt Reynaers Systeme: