Bloemhof

Bloemhof

Marlies Rohmer

Nach einer Zeit, in der Gebäude in den Niederlanden vor allem in entlegenen Gebieten außerhalb von Städten entstanden sind, zeichnet sich seit einigen Jahren eine Verschiebung in urbane Gebiete ab. Obwohl 39 % der geplanten Bauvorhaben in städtischen Gebieten zwischen 1995 und 2005 gebaut wurden, und zwar an den Stadträndern, lassen sich die meisten Bautätigkeiten heute als eine Verdichtung charakterisieren, mit der darauf abgezielt wird, die grünen außerstädtischen Bereiche zu erhalten und die Mittelschicht zu ermuntern, sich in der Innenstadt anzusiedeln. In der Zeit zwischen 1995 und 2005 entstanden viele der sogenannten VINE X-Wohnviertel, die ihren Namen dem 1988 vom niederländischen Ministerium für Wohnungsbau, Raumordnung und Umwelt veröffentlichten Programm verdanken.

„Die intensive Stadt“, ein neues Projekt mit Wohnhäusern an mehreren Standorten, bereichert und verdichtet die Groninger Innenstadt jetzt systematisch. Dies ist ein typisches Beispiel für die räumliche Strategie, bei der Lücken im urbanen Gewebe gefüllt werden. Das Bloemhof-Projekt ist ein Teil davon. Das Gebäude, das 56 Erstwohnungen und 1450 m² an Gewerbeflächen umfasst, befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Wasserwerks in der Bloemensingel-Straße.

Für Bloemh of wu rden spezielle Fassadenelemente aus Ziegelstein mit einem Reliefmu ster entworfen, die die gleiche Liebe zum Detail vermitteln, wie wir dies von Gebäud en aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert kennen.

„Unser Bestreben war es, innerhalb der Unterschiedlichkeit der Gebäude, die hier den städtebaulichen Kontext bestimmt, einen Zusammenhang zum nahe gelegenen Umspannwerk zu finden“, erklärt die Architektin Marlies Rohmer. „Indem wir unseren Block in einem gewissen Abstand angeordnet haben, zollen wir dem Denkmal unseren Respekt, wobei wir gleichzeitig mit der ornamentierten Backsteinfassade die gleiche zeitlose Ausstrahlung erreichen wollten.“ Aber Rohmer ging es nicht darum, ein historisches Gebäude zu imitieren. „Ich bin der festen Überzeugung, dass die Entstehungszeit eines Gebäudes deutlich erkennbar sein sollte. Eine Stadt wird gerade durch die unterschiedlichen Bauperioden interessant. Aus diesem Grund haben wir uns auch für Aluminiumelemente entschieden, weil sie für eine elegante und moderne Ausstrahlung sorgen und einen attraktiven Kontrast zu den eher groben Fassadenelementen bilden.“

Maarten Schmitt, der an dem Projekt beteiligte Stadtplaner, regte das Thema „Der behütete Raum“ an. Dies als Bezug zu den halb-öffentlichen Räumen, die als Bindeglieder zwischen den vielen, auf engem Raum befindlichen Wohnungen mit wenig privaten Außenflächen und den öffentlichen Grünflächen der Stadt dienen. Rohmer erläutert: „Wir konzipierten dieses Thema als einen Platz zwischen dem Denkmal und dem Neubau, als einen Eingangsbereich mit einem Baum und einer Bank, der als Begegnungsort für die Bewohnern des Gebäudes und denen der Umgebung dient.“ Dieser Platz ist ferner mit dem gemeinschaftlichen Innenraum verbunden, um den herum die Wohnungen angeordnet sind. Darüber hinaus dient der gesamte gläserne Sockel des Gebäudes, in dem sich eine geräumige Gewerbefläche befindet, als Verbindung zwischen dem Gebäude und der Stadt.

 

Die Verankerung des Gebäudes im städtischen Kontext ist ein wichtiges Thema der Arbeit Marlies Rohmers. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, besteht darin, die Entwicklung einer allgemeinen Struktur zu fördern, die im Laufe der Zeit für unterschiedliche Funktionen angepasst werden kann. Aus diesem Grund wurde eine flexible Säulenstruktur für das Erdgeschoss auf einem Raster mit einer 8,10 m großen Bauweite konzipiert. Die Wohnungen darüber weisen die gleichen großzügigen Abmessungen auf und können auf Wunsch auch anders unterteilt werden. Sämtliche Räume verfügen über hohe Decken, sodass das Gebäude problemlos für Arbeiten, Wohnen und Freizeit verwendet werden kann.

Das Bloemhof- Gebäude befindet sich auf dem Gelände eines ehemaligen Wasserwerks

Rohmer betont, dass Flexibilität nicht der einzige Aspekt ist, durch den ein Gebäude nachhaltig wird: „In der Architektur suchen wir eine bestimmte Qualität und eine gewisse Opulenz, wie man dies auch bei alten Gebäuden erkennt, wir aber machen dies auf zeitgenössische Weise. Früher waren die Arbeitskosten niedrig und Baustoffe teuer; heute ist es genau umgekehrt.“ Deswegen arbeitet die Architektin gerne mit vorgefertigten Materialien, die oft speziell für ein bestimmtes Projekt entwickelt wurden. Für Bloemhof wurden beispielsweise spezielle Fassadenelemente aus Ziegelstein mit einem Reliefmuster entworfen, die die gleiche Liebe zum Detail vermitteln, wie wir dies von Gebäuden aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert kennen. Die Architektin hat sich wegen des besonders schmalen Profils, das an der Außenseite abgeschrägt ist, für die Verwendung des Fenstersystems CS 38-SL von Reynaers entschieden. Außergewöhnlich jedoch ist, dass dieses Profil im ganzen Gebäude eingesetzt wurde, auch für die 3,5 Meter hohe Fassade im Eingangsbereich. Rohmer sagt: „Zuerst schienen die Abmessungen allzu groß zu sein, um mit einem solch schmalen Profil zu arbeiten, aber der Projektberater von Reynaers prüfte die Stabilität und Festigkeit, und aufgrund dessen waren wir in der Lage, die schlanke Optik zu erreichen, die wir überall haben wollten.“

„Die intensive Stadt“ Nach einer Zeit, in der Gebäude in den Niederlanden vor allem in entlegenen Gebieten außerhalb von Städten entstanden sind, zeichnet sich seit einigen Jahren eine Verschiebung in urbane Gebiete ab. Obwohl 39 % der geplanten Bauvorhaben in städtischen Gebieten zwischen 1995 und 2005 gebaut wurden, und zwar an den Stadträndern, lassen sich die meisten Bautätigkeiten heute als eine Verdichtung charakterisieren, mit der darauf abgezielt wird, die grünen außerstädtischen Bereiche zu erhalten und die Mittelschicht zu ermuntern, sich in der Innenstadt anzusiedeln. In der Zeit zwischen 1995 und 2005 entstanden viele der sogenannten VINE X-Wohnviertel, die ihren Namen dem 1988 vom niederländischen Ministerium für Wohnungsbau, Raumordnung und Umwelt veröffentlichten Programm verdanken. „Die intensive Stadt“, ein neues Projekt mit Wohnhäusern an mehreren Standorten, bereichert und verdichtet die Groninger Innenstadt jetzt systematisch. Dies ist ein typisches Beispiel für die räumliche Strategie, bei der Lücken im urbanen Gewebe gefüllt werden. Das Bloemhof-Projekt ist ein Teil davon.

Das Gebäude, das 56 Erstwohnungen und 1450 m² an Gewerbeflächen umfasst, befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Wasserwerks in der Bloemensingel-Straße. „Unser Bestreben war es, innerhalb der Unterschiedlichkeit der Gebäude, die hier den städtebaulichen Kontext bestimmt, einen Zusammenhang zum nahe gelegenen Umspannwerk zu finden“, erklärt die Architektin Marlies Rohmer. „Indem wir unseren Block in einem gewissen Abstand angeordnet haben, zollen wir dem Denkmal unseren Respekt, wobei wir gleichzeitig mit der ornamentierten Backsteinfassade die gleiche zeitlose Ausstrahlung erreichen wollten.“ Aber Rohmer ging es nicht darum, ein historisches Gebäude zu imitieren. „Ich bin der festen Überzeugung, dass die Entstehungszeit eines Gebäudes deutlich erkennbar sein sollte. Eine Stadt wird gerade durch die unterschiedlichen Bauperioden interessant. Aus diesem Grund haben wir uns auch für Aluminiumelemente entschieden, weil sie für eine elegante und moderne Ausstrahlung sorgen und einen attraktiven Kontrast zu den eher groben Fassadenelementen bilden.“ Maarten Schmitt, der an dem Projekt beteiligte Stadtplaner, regte das Thema „Der behütete Raum“ an. Dies als Bezug zu den halb-öffentlichen Räumen, die als Bindeglieder zwischen den vielen, auf engem Raum befindlichen Wohnungen mit wenig privaten Außenflächen und den öffentlichen Grünflächen der Stadt dienen. Rohmer erläutert: „Wir konzipierten dieses Thema als einen Platz zwischen dem Denkmal und dem Neubau, als einen Eingangsbereich mit einem Baum und einer Bank, der als Begegnungsort für die Bewohnern des Gebäudes und denen der Umgebung dient.“ Dieser Platz ist ferner mit dem gemeinschaftlichen Innenraum verbunden, um den herum die Wohnungen angeordnet sind. Darüber hinaus dient der gesamte gläserne Sockel des Gebäudes, in dem sich eine geräumige Gewerbefläche befindet, als Verbindung zwischen dem Gebäude und der Stadt. Die Verankerung des Gebäudes im städtischen Kontext ist ein wichtiges Thema der Arbeit Marlies Rohmers. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, besteht darin, die Entwicklung einer allgemeinen Struktur zu fördern, die im Laufe der Zeit für unterschiedliche Funktionen angepasst werden kann. Aus diesem Grund wurde eine flexible Säulenstruktur für das Erdgeschoss auf einem Raster mit einer 8,10 m großen Bauweite konzipiert. Die Wohnungen darüber weisen die gleichen großzügigen Abmessungen auf und können auf Wunsch auch anders unterteilt werden. Sämtliche Räume verfügen über hohe Decken, sodass das Gebäude problemlos für Arbeiten, Wohnen und Freizeit verwendet werden kann. Rohmer betont, dass Flexibilität nicht der einzige Aspekt ist, durch den ein Gebäude nachhaltig wird: „In der Architektur suchen wir eine bestimmte Qualität und eine gewisse Opulenz, wie man dies auch bei alten Gebäuden erkennt, wir aber machen dies auf zeitgenössische Weise. Früher waren die Arbeitskosten niedrig und Baustoffe teuer; heute ist es genau umgekehrt.“ Deswegen arbeitet die Architektin gerne mit vorgefertigten Materialien, die oft speziell für ein bestimmtes Projekt entwickelt wurden.

Für Bloemhof wurden beispielsweise spezielle Fassadenelemente aus Ziegelstein mit einem Reliefmuster entworfen, die die gleiche Liebe zum Detail vermitteln, wie wir dies von Gebäuden aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert kennen. Die Architektin hat sich wegen des besonders schmalen Profils, das an der Außenseite abgeschrägt ist, für die Verwendung des Fenstersystems CS 38-SL von Reynaers entschieden. Außergewöhnlich jedoch ist, dass dieses Profil im ganzen Gebäude eingesetzt wurde, auch für die 3,5 Meter hohe Fassade im Eingangsbereich. Rohmer sagt: „Zuerst schienen die Abmessungen allzu groß zu sein, um mit einem solch schmalen Profil zu arbeiten, aber der Projektberater von Reynaers prüfte die Stabilität und Festigkeit, und aufgrund dessen waren wir in der Lage, die schlanke Optik zu erreichen, die wir überall haben wollten.“

Verarbeiter: 
De Haan Westerhoff Geveltechniek B.V.
Architekt: 
Marlies Rohmer
Ort: 
Groningen, die Niederlande Auf der Karte anzeigen
Fotograf: 
René de Wit Wim Tholenaars
andere Partner: 
Friso Bouwgroep (General Contractors)