Centre for Life Sciences

Centre for Life Sciences

Rudy Uytenhaak Architectenbureau

Zentrum für Biowissenschaften

EIN TORBOGEN IN DER LANDSCHAFT – EINE KOMBINATION AUS TECHNOLOGIE UND NATUR

Trotz des futuristischen Aussehens des Zentrums für Biowissenschaften, das zur Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften der Universität von Groningen gehört, fügt sich das Bauwerk überraschend gut in die ländliche Umgebung ein. Das Büro von Rudy Uytenhaak brachte hier Technologie und Natur zusammen, um ein Bauwerk mit einerseits High-Tech-Fassaden aus Polyester und andererseits mit Pflanzen bedeckten Dächern zu schaffen. Das neue Universitätsgebäude ist Teil des Zernike-Komplexes, der im nördlichen Teil der Stadt Groningen liegt. In diesem Stadtviertel sind gewerbliche Zweckbauten und Schulungseinrichtungen gelegen. Das gesamte Gebiet wird zurzeit nach den Plänen des Büros West 8 für Städtebau und Landschaftsarchitektur in einen grünen Campus umgestaltet. Der strenge städtische Raster wird in eine verkehrsarme parkähnliche Umgebung mit Gehwegen, Hecken und Bäumen verwandelt, in der neue Gebäude einen „starken individuellen Charakter“ erhalten.

Das Büro Uytenhaak hat ein kraftvolles Bauwerk geschaffen: Das Zentrum für Biowissenschaften ist als riesiger Torbogen konzipiert, der Zugang zu dem natürlichen Gebiet dahinter bietet. Die Architekten wollten aber keinesfalls ein autonomes Objekt oder eine Art Pariser Triumphbogen entwerfen. Ganz im Gegenteil: Bei der Verwendung von Formen und Materialien versuchten sie ganz besonders, die Qualität der Landschaft zu unterstreichen. Das Gebäude besteht aus zwei diagonal schräg zulaufenden Teilen mit begrünten Dächern, die sich vom Erdboden erheben. Vom vierten Stockwerk bis hin zum neunten und höchsten Stockwerk sind die beiden Gebäudeteile mit einer Brücke über den Park verbunden. Diese dreiteilige Komposition beeinflusst ebenfalls die Organisation der drei Forschungsbereiche Botanik, Zoologie und Grundlagenforschung. In den Innenbereichen wie den Vorlesungssälen, Seminarräumen, Labors und Büros hat die Projektarchitektin Tanja Buijs-Vitkova ebenfalls angestrebt, eine natürliche Umgebung zu kreieren. Aus diesem Grund hat sie einerseits eine uneingeschränkte Aussicht auf die begrünten Dächer und die Umgebung ermöglicht und andererseits dem natürlichen Licht durch unter anderem Oberlichter Raum geboten. Natürliches Licht spielt auch bei dem Installationskonzept zur Energieeinsparung eine Rolle. Die Klimaregelung erfolgt anhand eines nachhaltigen Systems mit einer unterirdischen thermischen Speicherung in Kombination mit Betonkernaktivierung. Das auffälligste Element des Bauwerks sind jedoch die grünen Fassadenpaneele, die die Stahlkonstruktion des Gebäudes verkleiden. Die durchsichtigen Elemente, die speziell für dieses Projekt entwickelt wurden, bestehen aus mit Glasfasern verstärkten Polyesterplatten.

 

Der Architekt verwendete das grafische Muster weißer Glasfasern, die dem Charakter dieses äußerst modernen Baus entsprechen. Reynaers war bereits in der ersten Phase an diesem Projekt beteiligt, bei dem es um das Design dieser außergewöhnlichen elementierten Fassade ging. Die vorgefertigten Paneele (3,3 x 3,6 m) sollten Platz für mehr als 1200 Fensterrahmen aus Aluminium bieten. Dabei unterscheiden sich die Fenster nicht nur hinsichtlich ihrer Höhe, sondern auch mit Blick auf ihre Lage in den unterschiedlichen Elementen, weil sie mehr oder weniger willkürlich in den Fassaden integriert sind. Eine ganz besondere Herausforderung stellte die wasserdichte strukturelle Verbindung zwischen den Rahmen und den Fassadenelementen dar, wobei außerdem die Auswirkungen der Temperaturschwankungen auf sowohl die Paneele als auch die Fensterrahmen berücksichtigt werden mussten. Der Fassadenberater und die Projektarchitektin Buijs-Vitkova arbeiteten hierbei eng mit Reynaers zusammen, was in einer Lösung in Form einer Klickverbindung resultierte. Durch die Montageclips aus Edelstahl, die an den Fensteröffnungen der Paneele angebracht sind, wird die einfache Anbringung der Fassadenelemente aus Aluminium ermöglicht, indem diese von außen einfach an Ort und Stelle festgedrückt werden. Bei dieser Befestigungsart mit Clips werden die Auswirkungen von Ausdehnung und Kontraktion ausgeglichen. Und da die Fenster ein wenig über die Paneele hinausragen, kommt es nicht zu offenen Nähten, durch die man von außen hineinsehen kann. Darüber hinaus gewährleisten die Gummi-Endstücke in den äußeren Profilrahmen sowie ein internes Drainagesystem, dass die Fassade wasserdicht ist. Die Anzahl verschiedener Fensterrahmen wurde letztendlich auf vier Fassadenelement-Typen reduziert (Typen A, B, C und D), die auf dem ECO System (ES 50) von Reynaers basieren. Bei Typ A (3268 x 600 mm) und Typ B (3268 x 800 mm), von denen 486 beziehungsweise 465 Stück eingesetzt werden, handelt es sich um Elemente mit fest angebrachter Isolationsverglasung. Die Ausführungen C und D (119 und 134 Stück) weisen die gleichen Abmessungen wie A und B auf, enthalten aber jeweils ein horizontales und ein vertikales Flügelfenster. Das Ergebnis dieses frühzeitigen Austauschs zwischen den einzelnen Parteien wirkte sich auf mehr als nur die strukturelle Qualität aus. Dadurch, dass Reynaers schon frühzeitig als Berater zum Entwurfsprozess hinzugezogen wurde, konnte der Auftraggeber zusätzlich beträchtliche Kosteneinsparungen erzielen. Darüber hinaus führte insbesondere dieser Umstand zu der stimmigen Detaillierung der Fassade, von der die plastische Qualität des Entwurfs abhängt.

Verarbeiter: 
Rutolux
Architekt: 
Rudy Uytenhaak Architectenbureau
Ort: 
Groningen, die Niederlande Auf der Karte anzeigen
Fotograf: 
Wim Tholenaars
benutzt Reynaers Systeme: