Konstruktorska Business Centre

Konstruktorska Business Centre

Epstein Emkaa Architects

Das Konstruktorska Business Centre (KBC) ist eines der vielen Bürogebäude, die vor kurzem im südlichen Teil der Stadt Warschau in einem zwischen dem Stadtzentrum und dem Flughafen gelegenen Geschäftsviertel entstanden sind. Durch den Entwurf und seine räumlichen Vorzüge hebt sich das KBC auf jeden Fall von den angrenzenden Gebäuden ab. Obwohl es als rein gewerblicher Zweckbau entworfen wurde, spiegelt es die allgemeine, im Laufe der Jahre entwickelte Geschäftsphilosophie des Investors, der slowakischen Firma HB Reavis, wider.

Die Anfang der neunziger Jahre gegründete Firma betrat vor einigen Jahren die internationale Bühne, und präsentiert die bis zu diesem Zeitpunkt in der Slowakei und Tschechischen Republik gebotene Gebäude-Qualität jetzt auch in anderen Ländern. Der technische Gebäudespezialist von HB Reavis, Milena Mrázková, erklärt: „Die Firmenpolitik schreibt für jede Investition vor, eine Vielzahl allgemeiner Prinzipien auf der Grundlage zurückliegender Erfahrungen zu implementieren, die den Gegebenheiten vor Ort angepasst werden und letztendlich zu einem eleganten Gebäude führen sollen, das sich von seinen Vorgängern abhebt.“

 

Das Konstruktorska Business Centre, das erste von HB Reavis in Polen gebaute Gebäude, zeichnet sich durch Schlichtheit und Effizienz aus. Es beruht auf einem achteckigen Grundriss, der vertikal durch vier Kommunikationsschächte miteinander verbunden ist, und Mietflächen sowohl für Mieter großer Nutzflächen in einem ganzen Stockwerk als auch für kleine Firmen bietet, die nur ein kleines Büro benötigen. Mit einer Fläche von 48.000 Quadratmetern bietet das Gebäude die größte Bürofläche in ganz Polen. Wie auch bei vielen anderen in der Vergangenheit vom Unternehmen gebauten Bürogebäuden zeichnet sich das KBC durch Lobbys mit hohen Decken aus, denn diese Räume, die mit natürlichen Materialien ausgeführt sind, erstrecken sich über zwei Stockwerke. An den einander gegenüberliegenden Seiten des Grundrisses öffnen sich die Räume zu zwei großen Patios. Die Glasfläche, die die gesamte Höhe einnimmt, schafft eine hochwertige Ausstrahlung.

 

Die Patios sind zweifelsohne der faszinierendste Teil des Bauvolumens: Liebevoll entworfen und bestückt mit einer Reihe hoher Bäume und anderer Gewächse sowie Wasserelemente fällt das natürliche Licht gefiltert in die Innenbereiche. Auf einmal bieten sich Aussichten mit natürlichem Gepräge, die für Zweckbauten relativ unüblich sind. Die Patios, die den offenen Charakter des Gebäudes für dessen Benutzer wahren und im Erdgeschoss zu einer einzigen, einheitlichen Fläche zusammengeführt werden, kreieren einen Raum zur Entspannung und Integration. Sie sind zudem ein deutlicher Beweis für das Interesse von HB Reavis an Ökologie und Nachhaltigkeit.

Die liebevoll entworfenen Patios sind zweifelsohne der faszinierendste Teil des Bauvolumens

Die Lobbybereiche mit den hohen Decken wurden mit natürlichen Materialien ausgeführt

Komfort für die Mieter

„Wir entscheiden uns niemals für einfache Fensteraufrisse“, erklärt Milena Mrázková. „Stattdessen wählen wir raumhohe Fassaden, die den Mietern eine optimale Verbindung zur Außenwelt bieten. Der Komfort für die im Gebäude tätigen Menschen ist für uns immer der ausschlaggebende Aspekt.“ Im Falle des KBC hat das Wort KBC mehrere Bedeutungen. Obwohl das Gebäude nach BREEAM mit der Bewertung „Sehr gut“ zertifiziert ist, bedeutet Komfort hier viel mehr als nur technische Parameter, die bei den einzelnen Aspekten des Entwurfs zu erfüllen waren. Der Begriff Komfort bezieht sich auch auf die Qualität der Innenräume, die enge Verbindung mit dem Außenbereich, der größtmöglichen Menge an Tageslicht, das in die Büros gelangen kann, und auf die vielen Fenster, die eine optimale Frischluftzufuhr gewährleisten.

 

 Ein wesentlicher Faktor war selbstverständlich der Entwurf. Das zentrale Prinzip der Investitionen von HB Reavis ist ganz einfach: Durch die Architektur verkauft sich ein Gebäude und seine Höhe ist auf den ersten Blick sichtbar. Das spätere Aussehen des KBC wurde deshalb in zahllosen Computer-Renderings getestet, bei denen zunächst die allgemeine Optik der Fassaden und dann deren Details wie die Verhältnisse der Glasflächen und die Farben der Aluminiumelemente analysiert wurden. Selbstverständlich wurde das Design auch nach den Aspekten Technik und Ökologie entwickelt, bei denen die Wärme- und Schalldämmung, die Sonneneinstrahlung und die Reflektionsparameter eine genauso große Rolle spielten wie Lüftung, Klimatisierung und Beheizung.

Das Ergebnis: eine einheitliche Fassade mit sich wiederholenden Elementen und dominanten horizontalen Linien, die die einzelnen Stockwerke markieren. Die Fassade wurde von Defor S.A. und der in Warschau ansässigen Firma Mega Aluminium gebaut, die bereits vor Beginn der Bauarbeiten am KBC über große Erfahrungen mit Reynaers-Produkten verfügten. „Die abschließende Auftragserteilung für die Fassade wurde aufgrund eines großen Modells erteilt“, erinnert sich Agnieszka Wojsa-Cosentino, Miteigentümerin von Mega Aluminium, „und das ist immer besser, als seine Entscheidung auf der Grundlage der sonst üblichen kleinen Muster der Aluminiumkonstruktion und Verglasungen zu treffen.“ Das für das KBC-Projekt verwendete Fassadensystem vom Typ CW 50-HI in einer Grafitfarbe und für die gestaffelt angeordneten Sprossen wurde eine individuell konzipierte Trägerverbindung erarbeitet. Die schmalen, vertikalen Senkklappflügel wurden in allen möglichen Büroräumen angebracht. Die Spandrillenbereiche wurden mit Aluminiumblechen ausgeführt, die ohne sichtbare Schrauben befestigt sind. Diese Lösung wurde hinsichtlich Stoßfestigkeit im Reynaers-Testzentrum in Polen geprüft.

 

Als einer der schwierigsten Aspekte dieses Projekts erwies sich die Aufgabe, möglichst schmale Dilatations-Verbindungen in der Aluminiumkonstruktion zu schaffen, die der Gebäude-Dilatation entsprechen sollten. In den beiden Eingangsbereichen wurde aufgrund der großen Höhe der Glaselemente das Struktur- Fassadensystem CW 65-SC verwendet. Reynaers erarbeitete eine kundenspezifische Lösung, bei der 65-mm-Sprossen auf einer Unterkonstruktion aus Stahl befestigt wurden. Der Auswahl des Glases wurde besondere Aufmerksamkeit gewidmet. „Uns war es wichtig, sowohl den technischen als auch den ästhetischen Ansprüchen gerecht zu werden“, erläutert Wojsa-Cosentino. „Deshalb verwendeten wir technische Hilfsmittel wie SunGuard-Glas, eine Beschichtung zum Schutz des Innenbereichs vor einer übermäßigen Erwärmung, sowie auch acht Millimeter dickes getöntes Glas statt des üblichen sechs Millimeter dicken Glases an der Außenseite. Das sollte dazu dienen, eine flache reflektierende Oberfläche zu schaffen, die die optische Qualität des Gebäudes steigert.“

 

Selbstverständlich spielt die optische Qualität in der heutigen Zeit eine ausschlaggebende Rolle. Durch die Kombination aus einem guten Entwurf, hochwertigen Materialien, einem architekturbewussten Investor und einer ausgezeichneten Ausführung erweist sich das Konstruktorska Business Centre als ein Gebäude, das umweltbewusste Leistungen mit wirtschaftlichem Denken, subtiler Eleganz und einer zweckmäßigen Nutzung der verfügbaren Fläche in Einklang bringt. In anderen Worten: Den Mietern bietet sich hier ein überragender Arbeitsplatz.

“It was important to meet both technical and aesthetic requirements”Agnieszka Wojsa-Cosentino (Mega Aluminium)
Milena Mrázková (HB Reavis)

Milena Mrázková was born in 1970 in Levice, Slovakia. In 1994 she graduated in building structures from the Slovak Technical University in Bratislava. From 1994 till 2004 she worked for Reynaers Aluminium in Slovakia. Since 2007 Mrázková works at HB REAVIS as a senior technical specialist, specialized in landscape and façade design and the influences of the building envelope on the energy performance of the building. “Simplify to be understood”, is her slogan.

Agnieszka Wojsa-Cosentino (Mega Aluminium)

Agnieszka Wojsa-Cosentino was born in Warsaw in 1957. She graduated at the Academy of Fine Arts in Warsaw and got a master degree in Architecture, Warsaw University of Technology, at the University of Detroit (USA ), and the Universita’ di Napoli in Italy. After six years of building site and project management experience in Nigeria, the architect worked in three architectural design studios in Italy. In I994 she came back to Poland to establish façade fabricator Mega Aluminium and system distributor Metra Poland together with her husband Franco Cosentino. “We wanted to form a medium- sized company with very young people fresh from technical school.” In 2013 she won the ‘Puls Biznesu’ as 5th most enterprising female manager in Poland.

CW 50-HI Abschnitt

Projektlösung

Systeme: CW 50-HI, Sonderlösung basierend auf CW 50-HI, CW 65-SC Sonderlösung, CW 50 Senkklappfenster, CS 86-HI Türen

Projektbeschrieb:

  • 21.000 m² Fassadenfläche
  • Pfosten-Riegel-System CW 50-HI mit einer speziellen Verbindung für eine effiziente Entwässerung
  • Öffnungselemente:
    - Schmale, vertikale CW 50 Senkklappfenster in jedem Büro
    - Speziell erweiterte Glasleisten, um die Lücken zwischen den Glasleisten und den Deckschalen zu minimieren
  • Schmale Dilatationsverbindungen in der Aluminium-Konstruktion im Verhältnis zu der Gebäude-Dilatation
    - In Bezug auf die Gebäude-Dilatation wurden zwei Halb-Pfosten-Profile verwendet, um eine Ausdehnung von 17mm aufnehmen zu können
    - Eine grössere äussere Deckschale wurde auf der einen Hälfte des Anpressprofils angebracht
  • Aufgrund der grossen Höhe des Eingangsbereiches wurde das CW 65-SC Struktur-Verglasungs-Fassadensystem für die Eingangs-Lobbies verwendet. Es wurde eine Sonderlösung entwickelt, bei welcher die 65mm Pfosten auf der Stahl-Unterkonstruktion befestigt wurden.

Elemente:

  • CW 50-HI: 20.200 m²
  • CW 65-SC : 800 m²
  • CW 50 Senkklappfenster:
    - 1520 Elemente
    - 540 x 2050 mm

Verglasung:

CW 50-HI:

  • Spezielle SunGuard Verglasung
  • Glas-Zusammensetzung: 8-16-55.2
  • Max. Glas-Abmessungen 1350 x 3150 mm
  • Max. Glasgewicht der Paneele: 200 kg

CW 65-SC :

  • Spezielle SunGuard Verglasung
  • Glas-Zusammensetzung: 10-16-66.2
  • Max. Glas-Abmessungen im Erdgeschoss: 2600 x 3862,5 mm
  • Max. Glasgewicht der Paneele im Erdgeschoss: 570 kg
  • Max. Glas-Abmessungen oberhalb des Erdgeschosses: 2600 x 2837,5 mm
  • Max. Glasgewicht oberhalb des Erdgeschosses: 420 kg

Tests:         

Eine CW 50-HI Pfosten-Riegel-Lösung wurde auf ihre Widerstandsfähigkeit hin im Reynaers Testcenter in Polen geprüft.

ABSCHNITT A: CW 50-HI, 3D Modell von Pfosten-Riegel-Verbindung
ABSCHNITT B-B': CW 50-HI mit Senkklappfenster, Dilatations-Verbindung
Verarbeiter: 
Architekt: 
Epstein Emkaa Architects
Ort: 
Warsaw, Polen Auf der Karte anzeigen
Fotograf: 
HB Reavis Piotr Kopyt Pan Carter
andere Partner: 
HB Reavis Poland Sp. z o.o. (Investors) HB Reavis Construction PL Sp. z o.o. (General Contractors)
benutzt Reynaers Systeme: 
Project solutions: 
CW 50-HI bespoke solution CW 65-SC bespoke solution